Verzeih mir

Wolken verdunkeln den Himmel
blau wird zu grau, dann schwarz
gewaltige Gewitterstürme entladen ihren Zorn
über die eben erlebte Ungerechtigkeit

Regen verschleiert meinen Blick
Blitze machen mich blind
Donner verschließt meine Ohren
unbändige Wut lähmt meinen Geist

Ich fühle mich gut,
genieße die entfesselte Macht
die ich habe
weil ich im Recht bin!

MIR wurde Unrecht zugefügt!
ICH darf wütend sein
und laut
den Schuldigen zur Rede stellen!

Die Menschen weichen zurück
wenden ihre Gesichter ab
und versuchen, sich vor dem Sturm zu schützen.
Irgendwann sind wir allein.

Der Täter kauert auf dem Boden
klein und niedergeschlagen
durch den Sturm
meines gerechten Zorns.

Und dann löst der Sonnenstrahl von
„Bitte – bitte verzeih mir...“
die Wolken so unvermittelt auf
wie sie gekommen sind.