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Predigt "Dein Glaube ist wertvoll" - Taufgottesdienst 28.01.2018

1 Petrus 1,3-7 (Basisbibel)

Predigt zum Anhören (mp3)

Präsentation

[FOLIE 1]
Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus!

So beginnt Petrus diese Verse, in denen wir komprimiert und klar zusammengefasst die Grundlage unseres Glaubens finden:
Gott hat uns aus Barmherzigkeit – aus Gnade – neu geboren.
Durch Leben, Tod und Auferstehung Jesu Christi hat Er uns die lebendige Hoffnung und den festen Glauben geschenkt, dass Jesus der Sohn Gottes ist und dass wir durch Ihn Gottes Kinder sind.
Weil wir Gottes Kinder sind, haben wir Anteil an allem, was Ihm gehört und stehen unter Seinem Schutz.
Und durch unseren Glauben an Jesus Christus, durch unser Vertrauen zu Ihm sind wir gerettet.

Und das alles als Geschenk – ohne dass wir etwas dafür tun müssen.
Da kann man nicht anders, als Gott zu loben und sich zu freuen!

Petrus betont diese Freude, denn das, was er als nächstes schreibt, ist nicht ganz einfach. Da steht nach der Übersetzung der Basisbibel:
Allerdings müsst ihr nach Gottes Willen jetzt erst einmal eine kurze Zeit leiden. [FOLIE 2]

In anderen Übersetzungen lautet dieser Vers anders:
die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen… (Luther 2017)

wenn es für kurze Zeit jetzt sein muss, dass ihr durch mancherlei Prüfungen betrübt werdet. (EÜ 2016)

auch wenn ihr jetzt ´nach Gottes Plan` für eine kurze Zeit Prüfungen verschiedenster Art durchmachen müsst und manches Schwere erleidet. (NGÜ)

In diesen Formulierungen stecken große und drängende Fragen:
Woher kommen Leid und schwere Zeiten?
Warum gibt es Situationen, die wir als Anfechtungen oder Prüfungen empfinden?
Diese Fragen sind viel zu groß für diese Predigt und sie sollen heute auch nicht Thema sein, aber ich möchte euch drei Impulse dazu mitgeben.

1) Leiden ist Teil dieser Welt. [FOLIE 3]
Diese Welt ist noch nicht Gottes Reich und daher läuft nicht alles so, wie Gott es gerne für uns möchte.
Das ist eine Tatsache.

2) [FOLIE 4] Vielleicht gibt es auch tatsächlich Dinge, die Gott uns zumutet, weil es zu diesem Zeitpunkt „not-wendig“ ist, dass wir sie erleben. Also dass durch diese Situation unsere Not gewendet und gelöst wird. Wir empfinden das dann als Leiden oder als Schwierigkeit, aber ein anderer Weg würde uns nicht weiterhelfen oder vielleicht sogar schaden.

3) [FOLIE 5] In der Bibel lesen wir, dass es auch eine Kraft gibt, die gegen Gott arbeitet und versucht, uns von Gott wegzuziehen. Einiges an schweren Zeiten und Problemen geht wahrscheinlich auch auf das Konto dieses Widersachers. Das nennen wir Anfechtungen.

Diese drei Punkte sind wie gesagt nur Impulse und Erklärungsansätze – und es ist immer die Frage, wie viel Kraft und Zeit wir aufwenden wollen, um der Frage nach dem „Warum“ nachzugehen.
In einem Lied von Albert Frey („Tiefer sehen“) heißt es: „Oft frage ich warum, doch du (Gott) zeigst mir wozu.“
Ein guter Freund hat es in einem Gespräch mal so formuliert: „Schauen wir, was in dieser Situation an Potential steckt, was darin enthalten ist.“

Und auch Petrus bleibt nicht bei der Frage nach dem Ursprung des Leidens stehen, sondern er schreibt weiter: [FOLIE 6]
Denn ihr werdet mehrfach auf die Probe gestellt. Das dient dazu, dass euer Glaube sich als echt erweist. Er ist wertvoller als vergängliches Gold, das im Feuer auf seine Echtheit geprüft wird.

Schwere Zeiten sind laut seinen Worten eine Probe, eine Prüfung und unser Glaube kann sich darin als „echt“ erweisen. Das bedeutet: wir dürfen in solchen Situationen erkennen und erleben, wie wertvoll unser Glaube ist.

Von einer der Glaubensprüfungen, die Jesus erlebt hat, lesen wir in Mt 4,1-11, wo Jesus nach Seiner Taufe in der Wüste war.
Dort hat der Teufel versucht, Jesus mit verschiedenen Dingen zu verführen und dadurch, wie Jesus reagiert, wird deutlich, wie stark Sein Glaube ist.
Zu dieser Geschichte gibt es in einer Kinderbibel ein ganz geniales Bild von Annegret Fuchshuber.
[FOLIE 7]
Man sieht hier, dass der Teufel und Jesus genau gleich aussehen.
Das zeigt, dass diese Prüfungen sehr individuell sind.
Was für den einen Menschen eine ganz normale Situation ist, kann für einen anderen schwer zu ertragen sein und er leidet darunter.

Was sind unsere Glaubensprüfungen heute im Alltag?

Eine große Glaubensprüfung für mich persönlich ist die Geduld.
Da gibt es Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe, wo ich von anderen Menschen abhängig bin und warten muss.
Oder wo es irgendwelche Ereignisse oder Entscheidungen gibt, die ich nicht beschleunigen kann.
Da fällt es mir dann oft ganz schwer, darauf zu vertrauen, dass Gott alles zum richtigen Zeitpunkt macht, dass Er einen guten Plan hat.

Für jemand anderen ist es die Gesundheit, wo es immer wieder Leiden und Probleme gibt und wo es einem dann ganz schwer fällt zu beten.

Oder es ist die Angst vor Unsicherheit.
Vor finanziellen Problemen oder politischer und gesellschaftlicher Gefahr.
Und diese Angst hält einen dann davon ab, Gott zu vertrauen.

Besonders schwere Glaubensprüfungen sind wahrscheinlich für viele von uns, wenn Gott „unsere Gebete nicht erhört“ - wenn Er also nicht so reagiert, wie wir es erwarten.
Kann ich dann noch treu bleiben und vertrauen, dass Gottes Weisheit über allem steht?
Ich kenne Menschen, die das können und sie sind für mich große Vorbilder im Glauben – aber ich habe damit oft noch Probleme.

Und genau bei diesen schwierigen Punkten, wo jeder von uns sein eigenes Thema hat, genau da möchte Gott uns ganz nahe sein und mit jedem von uns gemeinsam diese Probleme überwinden.

Gott möchte, dass wir selbst gestärkt werden und lernen. [FOLIE 8]
Leiden und Schwierigkeiten sind Teil unseres Lebens.
Und weil Gott uns und unseren Glauben kennt, weiß Er ganz genau, wie belastbar wir sind. Er weiß genau, welche Prüfungen unser Glaube ertragen kann. Er bewahrt uns vor allem, was wir nicht aushalten können - aber Er traut uns eine ganze Menge zu.
Und daran wachsen wir.

Gott möchte auch für uns, dass wir in allem, was uns begegnet, Licht und Salz für unsere Umgebung sind. [FOLIE 9]

Im Buch der Offenbarung wird ganz oft betont, dass es wichtig ist, dass wir als Christen hier in der Welt sind.
Nur dann können wir in allen Schwierigkeiten und Problemen einen Unterschied machen. Wir können Vorbild sein, wir können von Jesus erzählen und den anderen dadurch Hoffnung schenken und den Weg zur Rettung zeigen!

Auch in Johannes 17 lesen wir das, wo Jesus für Seine Jünger betet und für alle, die zu Ihm gehören – also auch für uns.

Dort sagt Er in Vers 15:
„Ich bitte dich nicht, sie aus dieser Welt wegzunehmen.
Aber ich bitte dich, sie vor dem Bösen zu beschützen.“
Jesus betet so für uns, weil Er weiß, dass wir mit Seiner Hilfe an Schwierigkeiten wachsen können und so zum Licht für die ganze Welt werden!

Und Gott möchte, dass unser Glaube stärker wird, dass unser Vertrauen zu Ihm wächst.
[FOLIE 10]
Wir dürfen erleben, dass wir uns 100% auf Ihn verlassen können.

Jedes Mal, wenn wir erleben, dass wir im Vertrauen auf Gott eine schwierige Situation überwunden haben, dann sagt Jesus zu uns: „Dein Glaube hat dir geholfen.“
Oder anders: weil du auf Gott vertraut hast, konntest du erleben, was Gott alles kann und dass Er 100% für dich da ist!

Daraus wächst dann die Freude von der Petrus schreibt!
In diesen Dingen erleben wir, dass unser Glaube wertvoller ist als Gold.

Am Anfang steht ein kleines Samenkorn aus Glauben, das Gott uns schenkt – es hat in sich alles was für einen großen, starken Baum nötig ist.
Gott möchte uns alles schenken, was dieser Baum zum Wachsen braucht und Er möchte uns vor allem bewahren, was ihn zerstören könnte.
Wir dürfen mit Seiner Hilfe dieses Samenkorn pflegen und spüren, wie unser Glaube stärker wird und wächst und wie er gute Frucht bringt.

Dieser Glaube ist lebendig, das bedeutet, dass wir ihn nicht einmal „begreifen“ können und dann bleibt er für immer gleich. Sondern je nach Situation ist unser Glaube mal stärker und mal schwächer – manchmal spüren wir ihn überhaupt nicht.

Aber wie können wir in diesen Situationen, wo Gott so weit entfernt scheint, an Ihm dranbleiben?
Was kann uns dabei helfen, mit Ihm in Verbindung zu bleiben?

Da können uns die Menschen aus den ersten Gemeinden Vorbilder sein. [FOLIE 11]
In Apg 2,42 lesen wir: Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.

Also wir haben Lehre – das ist für uns die Bibel, wo wir mehr über Gott erfahren.
Dann die Gemeinschaft – wir dürfen uns immer wieder gegenseitig ermutigen und helfen.
Das Brechen des Brotes – im Abendmahl möchte Gott selbst uns begegnen und uns stärken.
Und Gebete – mit Gott reden. Und da dürfen wir in schweren Zeiten auch mal wütend sein auf Gott, wir dürfen weinen und alles aussprechen, was uns auf der Seele liegt.

Bei den ersten Gemeinden hatte es große Auswirkungen, dass sie an diesen Dingen festgehalten haben, das können wir in der Apostelgeschichte nachlesen.
Und auch bei uns kann es dann sein, wenn wir grade in schweren Zeiten an diesen Dingen festhalten, dass wir uns verändern und dass die Menschen in unserer Umgebung das bemerken.
Dass sie vielleicht fragen: woher kommt deine Freude?

Und wir dürfen ihnen antworten: [FOLIE 12]
„Gott hat mich aus Gnade neu geboren!
Er hat mir durch Jesus Christus eine lebendige Hoffnung geschenkt!
Und ich habe erlebt, dass ich in allen Situationen 100%ig auf Ihn vertrauen kann.
Diese Erfahrung ist wertvoller als alles Gold der Welt!“

Liebe Täuflinge, ihr habt euch entschlossen, heute mit eurer Taufe ganz persönlich darauf zu antworten, dass Gott euch diese lebendige Hoffnung geschenkt hat.
Euer Glaube ist in den vergangenen Monaten gewachsen und ihr habt auch schwere Zeiten erlebt.
Eure Taufe ist jetzt ein Meilenstein, ein Zeichen auf eurem Weg.

Und wenn in Zukunft etwas kommt, was ihr als Glaubensprüfung erlebt, wenn eine schwere Zeit da ist, dann erinnert euch an heute.
Erinnert euch daran: Gott hat Ja zu euch gesagt – zu jedem von euch ganz persönlich.
Und ihr habt mit eurem Ja darauf geantwortet. Die Taufe ist das sichtbare Zeichen dafür.
Auf diese Verbindung könnt ihr euch 100%ig verlassen, ganz egal, was kommt.

Gott hat euch in seiner großen Barmherzigkeit neu geboren.
Und durch die Auferweckung von Jesus Christus aus dem Tod hat Er euch eine lebendige Hoffnung geschenkt. Darüber könnt ihr euch freuen!

Und wir freuen uns mit euch!

Alle gemeinsam dürfen wir auf die Verheißung vertrauen, die wir im 1. Petrusbrief lesen:
Dafür – für euren Glauben - werdet ihr bei der Offenbarung von Jesus Christus Lob, Herrlichkeit und Ehre erfahren.

Amen.