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Kurzpredigt Weihnachten 2016

Liebe Gemeinde, liebe Gäste und Freunde,

Die heutige Weihnachtspredigt beginnt – am Anfang.
Und zwar ganz am Anfang.
Bei Genesis 1 Vers 1

Da steht: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer – auf hebräisch: tohu wa bohu – wüst und leer.
Und Gott, der diese Erde geschaffen hat, wollte das ändern. Also sprach Er: „Es werde Licht!“ Und es wurde Licht.

Gott hat gesehen, wie dunkel es auf der Erde war.
Und Er hat gesehen, wie schön die Erde sein könnte, welches Potential in ihr steckt.
Er hat sie nach dieser Vorstellung, nach Seiner Vorstellung geformt, hat Land und Meer geschaffen und Pflanzen und Tiere – aber die Erde war für Ihn erst dann vollendet, als Er uns Menschen nach Seinem Bild erschaffen hat.
Dann – so lesen wir - sah Gott alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

Aber es ist nicht lange so geblieben. Denn die Menschen haben bald angefangen, ihren freien Willen – den Gott ihnen aus Liebe geschenkt hat – einzusetzen, um sich von Ihm abzuwenden.
Und sie sind damit von Anfang an immer wieder in Schwierigkeiten geraten. Davon berichtet die Bibel in unzähligen Geschichten.

Gott hat das Bemühen und das Scheitern gesehen und Er hat immer wieder eingegriffen, um Seine geliebten Menschen erneut auf den richtigen Weg zu führen.
Aber die Menschen hatten sich in ihrem eigenen Tohuwabohu verfangen.
Sie haben keinen Weg mehr gefunden, um eine lebendige Beziehung zu Gott herzustellen.

Und so wie die Erde zu Beginn wüst und leer war, so war es im Inneren der Menschen ohne Gott auch wüst und leer.
Gott hat zu Beginn der Schöpfung die Erde mit all ihren Möglichkeiten gesehen. Und Er hat auch über die ganze Zeit hinweg das Potential der Menschen gesehen und wollte ihnen wieder einen Weg eröffnen, über den sie mit Ihm in Beziehung treten konnten.

Also hat Er einen Zeitpunkt festgesetzt.
Und als dieser Zeitpunkt da war, als die Zeit erfüllt war, da sprach Gott erneut: es werde Licht.
Diesmal sprach Er zu den Menschen in einem lebendigen, in einem sichtbaren Wort: in Jesus Christus.

Ich lese nun aus Lukas 2 die Geschichte der Geburt Jesu Christi:
Damals, zu derselben Zeit, befahl Kaiser Augustus, im ganzen römischen Reich eine Volkszählung durchzuführen.
Es war die erste Volkszählung. Sie fand statt, als Quirinius in Syrien regierte.
Da machten sich alle auf, um sich in die Steuerlisten eintragen zu lassen – jeder in seine Heimatstadt.
Auch Josef ging von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa.
Sein Ziel war die Stadt Davids, die Betlehem heißt.
Denn er stammte aus dem Königshaus und der Familie Davids.
In Betlehem wollte er sich eintragen lassen zusammen mit Maria, seiner Verlobten.
Maria war schwanger.
Während sie dort waren, kam die Zeit der Geburt.
Maria brachte ihren ersten Sohn zur Welt.
Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe.
Denn sie hatten in der Herberge keinen Platz gefunden.

Mit diesem kleinen Kind in der Krippe hat Gott einen Weg gewählt, mit dem Er jeden einzelnen Menschen erreichen kann.

Bis zu Jesu Geburt war Gott für uns Menschen „nur“ Schöpfer und hat vom Himmel herab mit Macht und Gerechtigkeit gehandelt. Das war gut – aber es geht noch besser!
Denn in Jesus kommt Er uns ganz nahe und zeigt uns unmittelbar, wie sehr Er uns liebt und wie sehr Er an das Gute in jedem von uns glaubt.

Gott hat uns dadurch, dass Er ohne Einschränkung Mensch geworden ist, ganz intensiv kennengelernt. Als Baby, als Kind und Jugendlicher und als Erwachsener hat Er erfahren, wie wir Menschen miteinander umgehen und wie wir leben.

Er hat uns trotzdem noch weiter geliebt – so sehr, dass Er Seinen Heilsplan bis zum bitteren Ende durchgezogen hat. Er liebt uns von Ewigkeit zu Ewigkeit – als Schöpfer und als einer von uns. Als wahrer Gott und wahrer Mensch.

Darin liegt das Wunder von Weihnachten.
Dass Gott, der uns und alles erschaffen hat, sich freiwillig und mit voller Absicht ganz klein gemacht hat, um die Dunkelheit aus uns und aus der Welt zu vertreiben.

Aber es liegt an uns, ob wir Ihn das auch tun lassen. Denn Er zwingt uns nicht, sondern Er lädt uns ein, dass wir uns aus freiem Willen dem Kind in der Krippe zuwenden.
Wir dürfen Seine Liebe erwidern und Ihm unser Herz öffnen.
Dann nimmt Er uns an der Hand und zeigt uns den Weg.
Und als unser Erlöser vernichtet Er unsere Sünden und führt uns zu neuem Leben.

Diese Liebe, die Er uns damit erweist, können wir dann auch in die Welt hinaustragen.
So wie Er sich uns zuwendet, dürfen wir uns einander zuwenden.
Mit jedem Menschen, der das tut, wird die Welt ein bisschen heller und wieder mehr „sehr gut!“

Das alles beginnt mit dem kleinen Kind in der Krippe, über das wir uns heute freuen.
Und so dürfen wir jubeln und in den Chor der Engel einstimmen: Gloria! Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden! Halleluja!

AMEN