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Kurzpredigt Weihnachten 2017

Anspiel

Ein kleiner Junge ist stolz darauf, einen Großvater zu haben, der Figuren schnitzen kann. Es ist schon faszinierend zuzusehen, wie langsam aus einem Stück Holz „lebendige“ Gestalten entstehen.

Der Junge vertieft sich so in die geschnitzten Krippenfiguren, dass sich seine Gedanken mit der Welt der Figuren vermischen: Er geht mit den Hirten und Königen in den Stall und steht plötzlich vor dem Kind in der Krippe.
Da bemerkt er: Seine Hände sind leer! Alle ­haben etwas mitgebracht, nur er nicht. Aufgeregt sagt er schnell: „Ich verspreche dir das Schönste, was ich habe! Ich schenke dir mein neues Fahrrad – nein, meine elektrische ­Eisenbahn.“
Das Kind in der Krippe schüttelt lächelnd den Kopf und sagt: „Ich möchte aber nicht deine elektrische Eisenbahn. Schenke mir deinen letzten Aufsatz!“ – „Meinen letzten Aufsatz?“, stammelte der Junge ganz erschrocken, „aber da steht doch ..., da steht ,Ungenügend‘ drunter!“ „Genau deshalb will ich ihn haben“, antwortet das Jesuskind. „Du sollst mir immer das geben, was ,nicht genügend‘ ist. Dafür bin ich auf die Welt gekommen!“

Und dann möchte ich noch etwas von dir“, fährt das Kind in der Krippe fort, „ich möchte deinen Milchbecher!“ Jetzt wird der kleine Junge traurig: „Meinen Milchbecher? – Aber der ist mir doch zerbrochen!“ – „Eben deshalb möchte ich ihn haben“, sagt das ­Jesuskind liebevoll, „du kannst mir alles bringen, was in deinem Leben zerbricht. Ich will es heil machen!“
„Und noch ein Drittes möchte ich von dir“, hört der kleine Junge wieder die Stimme des Kindes in der Krippe, „ich möchte von dir noch die Antwort haben, die du deiner Mutter gegeben hast, als sie dich fragte, wieso denn der Milchbecher zerbrechen konnte.“ Da weint der Junge. Schluchzend gesteht er: „Aber da habe ich doch gelogen. Ich habe der Mutter gesagt: ,Der Milchbecher ist mir ohne Absicht hingefallen!‘ Aber in Wirklichkeit habe ich ihn ja vor Wut auf die Erde geworfen!“ „Deshalb möchte ich die Antwort haben“, sagt das Jesuskind bestimmt, „bring mir immer alles, was in deinem Leben böse ist, verlogen, trotzig und gemein. Dafür bin ich in die Welt gekommen, um dir zu verzeihen, um dich an die Hand zu nehmen und dir den Weg zu zeigen ...“
Und das Jesuskind lächelt den Jungen wieder an. Und der schaut und hört und staunt ...
- aus kirchenzeitung.at Walter Baudet (Quelle: Axel Kühner, Überlebensgeschichten für jeden Tag, Aussaat Verlag)


Kurzpredigt zum Anspiel

„Bring alles zu mir, was in deinem Leben nicht genügend ist!“ – so sagt Jesus in der Geschichte, die wir grade als Anspiel gesehen haben.
„Bring mir alles, was zerbrochen ist! Und alles, was böse ist in deinem Leben!“

All das will Jesus von uns haben.
Er akzeptiert nicht nur, dass wir Fehler machen, dass wir unvollkommen sind und dass wir Böses tun – Er bittet uns sogar, dass wir genau diese Dinge zu Ihm bringen.
Er möchte, dass wir ehrlich sind und dass wir Ihm vertrauen.
Denn Er kann aus allem etwas machen, was sehr gut ist!

Am Anfang der Bibel – in Gen 1 - lesen wir im Schöpfungslied, dass Gott durch Sein Wort die Welt geschaffen hat und dass Er durch Sein Wort auch uns Menschen gemacht hat. Und dann steht da: „Gott sah alles an, was Er gemacht hatte. Und siehe, es war sehr gut.“
Im NT, in Johannes 1,14 lesen wir dann: „Er, das Wort, wurde ein Mensch. Er lebte bei uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit. Es war die Herrlichkeit, die Ihm der Vater gegeben hat – Ihm, Seinem einzigen Sohn.
Er war ganz erfüllt von Gottes Gnade und Wahrheit.“

Jesus ist also Gottes lebendiges Wort – durch Ihn hat Gott uns am Anfang „sehr gut“ gemacht und durch Ihn kann und will Er uns auch jetzt wieder sehr gut machen!

Aber das drängt Er uns nicht auf.
Er lädt uns ein, dass wir aus freiem Willen zu Ihm kommen.

Wenn wir einem Menschen gegenüber zugeben sollen, was in unserem Leben nicht gut gelaufen ist, wo wir Fehler gemacht haben, dann ist das oft sehr schwer. Es ist uns peinlich, wir schämen uns und möchten uns am liebsten verstecken.

Aber Jesus macht es uns leicht: Er kommt als kleines Kind zu uns – voll Vertrauen und Offenheit.
Er ist ganz Mensch, so dass wir von Angesicht zu Angesicht mit Ihm reden können.
Und Er ist ganz Gott.
Von Wahrheit erfüllt, das heißt: Er weiß bereits, was wir Ihm sagen wollen.
Und obwohl Er das alles weiß, streckt Er die Hand aus und schaut jeden einzelnen von uns voller Liebe an.
Und dann dürfen wir – so wie es in Hebräer 4,16 steht – voll Zuversicht zu Ihm kommen, denn bei Ihm werden wir Gnade und Hilfe finden.

Und so wie bei dem Jungen im Anspiel sagt Jesus dann Dir ganz persönlich, was Er von Dir möchte.

Er möchte das, was in deinem Leben nicht genügend ist, wo du versagt hast:

  • Alle Dinge, von denen du weißt, dass du sie schon lange tun solltest, die du aber immer wieder vor dir herschiebst.
  • Alle Zeiten, wo du dir zu viel vorgenommen hast und wo dann nichts davon wirklich gut geworden ist.

  • Alle Situationen, wo du Menschen enttäuscht hast

  • und auch alle, wo du das Gefühl hast, Gott enttäuscht zu haben.

Jesus hilft dir durch Seine Gnade, dass du dir selbst verzeihen kannst und dass Du an diesen Situationen wachsen kannst.


Du darfst Jesus auch das bringen, was in deinem Leben zerbrochen ist:

  • Hoffnungen und Träume, die sich nicht erfüllt haben

  • Beziehungen zu Familie oder Freunden

  • Verletzungen, die dir jemand zugefügt hat oder die du jemandem zugefügt hast – und die nicht heilen, weil ihr einander noch nicht vergeben habt.

Jesus ist der beste Arzt für uns, weil wir durch Ihn geschaffen sind. Er kann alles heilen, Er hilft Dir zu vergeben und Er kann schenken, dass aus diesen zerbrochenen Dingen etwas Wundervolles entsteht.


Und Jesus möchte auch das von dir haben, wo du gesündigt hast, wo du Böses getan hast, obwohl du weißt, was gut gewesen wäre:

  • Wenn du gelogen oder betrogen hast – auch in den kleinen Dingen.

  • Wenn du jemandem bewusst nicht geholfen hast, obwohl du es gekonnt hättest.

  • Wenn du hinter dem Rücken von jemandem schlecht über ihn gesprochen hast.

  • Wenn du durch Reden oder Tun mitgeholfen hast, dass Menschen ausgegrenzt werden.

Jesus kennt das alles – und wenn du diese Dinge ehrlich zu Ihm bringst, dann wird Er dir vergeben und die Schuld von dir wegnehmen. Er wird dir geduldig und liebevoll helfen, dass du Schritt für Schritt immer mehr lernst, Gutes zu tun und frei von Schuld zu leben.

Jesus ist unermesslich reich – schenken wir Ihm heute zu Seinem Geburtstag alles, was wir haben, verstecken wir nichts und halten wir nichts zurück.
Es macht Ihm die größte Freude, wenn wir Ihm vollkommen vertrauen und voll Zuversicht zu Ihm kommen, damit Er uns wieder „sehr gut“ machen kann!

Amen.